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Ist die Erde hohl oder nicht?

Einleitung

Schon in der Grundschule, bekommen wir in Form von Kinderbüchern den Aufbau unserer Erde vermittelt. Zugegeben, die Bilder und Texte sind stark vereinfacht dargestellt. Es handelt sich ja um Bücher für Kinder im Vorschulalter. Ein paar Jahre später und einige Schulklassen höher, wird auf das Thema Erdinnern im Fach Geografie genauer behandelt.

Jetzt stellt euch vor, die Erde wäre wirklich hohl...

Auf dieser Seite möchte ich euch all diese Fragen beantworten und auch aufzählen, warum die Erde nicht hohl sein kann. Mit logischen Argumenten, Wissenschaft und etwas Mathe (ja ich weiß, bäh) lässt sich die hohle Erde Theorie eindeutig wiederlegen.

Ansicht auf eine schattenfreie Erde - Quelle: wikipedia

Die Hohlerde-Theorie (hohle Erde)

Laut dieser Theorie aus dem 17. Jahrhundert, soll die Erde kein massiver Körper sein, sondern ist unter der Erdoberfläche hohl. Durch diverse Öffnungen an der Oberfläche, soll das Innere der Erde zugänglich sein. Hauptsächlich sollen sich diese Zugänge an den Polkappen, also Nordpol und Südpol befinden.
Es gibt unter den Hohlerde-Gläubigen die unterschiedlichen Meinungen, was sich unter der Erdkruste befindet. Die einen glauben, dass der Erdmantel durchwachen sei mit riesigen Höhlen, und Gängen, in denen sich Vegetation einschließlich einer Tierwelt gebildet haben soll. Andere sind der festen Meinung, dass dort eine sich vor der Menschheit versteckende Zivilisation lebt.
Tatsächlich ist der Glaube an eine unterirdische Welt im Buddhismus ein fester Bestandteil.

Die Theorie der hohlen Erde geht so gar soweit, dass behauptet wird, das sich das Nazi-Regime mit dem 3. Reich in das Innere der Erde zurückgezogen gezogen haben soll.

Die Entstehung der Erde

Unser Planet sah nicht immer so aus, wie wir diesen aus dem Weltall oder von Landkarten kennen. Gehen wir in der Entstehungsgeschichte ein wenig zurück und schauen uns an, wie die Erde bzw. das Sonnensystem entstanden war.

Um zu erklären wie unser Planet bzw. alle anderen Planeten entstanden, müssen wir ein wenig weiter ausholen. Vor 4,6 Milliarden Jahren, gab es kein Sonnensystem, keine Planeten und nicht einmal die Sonne war geboren. In unserem System gab es zu dieser Zeit nur eine interstellare Wolke aus Gasen und kleinsten Gesteinsteilchen. Die Wolke wurde im Laufe der Zeit immer dichter und bildete ein Zentrum um den sich die Gase und Gesteine immer weiter ansammelten. Durch die steigende Dichte der Gaswolke, steigen auch die gravimetrischen Kräfte (Gravitation) und auch die Temperaturen. Die Folge war eine immer weiter ansteigende Komprimierung der Wolke.

Nach Jahrmillionen hatten sich die Gase innerhalb der Wolke soweit komprimiert und auch aufgeheizt, dass Staubteilchen immer öfters zusammenstießen. Auch die Wasserstoffatomkerne bewegten sich so schnell, dass diese begannen zu schmelzen und beim Zusammenstoß mit anderen Wasserstoffteilchen zu Helium fusionierten. Dies entzündete die Gaswolke und ließ unseren heutigen Stern (die Sonne) entstehen. Bei der Entstehung unserer Sonne wurden nicht alle Gase und Gesteinsfragmente entzündet, da diese sich zu weit vom Zentrum befanden.

Junge Sonne mit stellaren Nebelresten - Quelle: astrokramkiste.de

Die restlichen Bestandteile der übrigen Wolke, kreisten auf Grund der Gravitation der Sonne um unseren jungen Stern. Dabei entstanden weitere Ansammlungen von Gas.- Staubteilchen und bildeten nach und nach unsere heutigen Planeten. Durch die Änderungen der gravimetrischen Kräfte wurden auch Asteroiden und andere Trümmer in das Innere des Sonnensystems gezogen und kollidierten mit der Gas.-und Gesteinswolken. So entstanden in weiteren Millionen Jahren alle Planeten, die noch heute um unseren Stern ihre Bahnen ziehen.

Wir haben für Euch weitere interessante Beiträge zum Thema Weltall die nur darauf warten gelesen zu werden. Bei Interesse, schau doch einmal bei diesen Atikeln vorbei:

Aufbau der Erde

Gehen wir zuerst den Aufbau der Erde einmal durch, so wie wir alle dies in der Schule, aus Büchern oder Dokumentationen gelernt haben. Im Anschluss erläutern wir kurz den Aufbau der hohlen Erde Anhänger.

Unser Planet auch blauer Planet (Murmel) genannt ist der 3. Planet von der Sonne aus gezählt. Er hat einen mittleren Durchmesser von 12.742 Km und befindet sich im Schnitt 149.600.000 Km weit vom Zentralgestirn entfernt. Die Erde ist der einzige Planet in unserem Sonnensystem, der sich in der habitablen Zone befindet. Diese Zone beschreibt einen kleinen, ringförmigen Bereich um einen Stern, in dem "Leben" möglich ist.

Wir definieren Leben auf Grundlage von Wasser, dass in flüssiger Form existiert und Leben überhaupt erst ermöglicht. Natürlich benötigt die Entstehung von Leben noch weitere unterstützende Kriterien. Zum Beispiel einem eine Atmosphäre die das schädliche UV-Licht filtert und auch Wärme zurück auf die Oberfläche zurückreflektiert.

Treibhauseffekt der Atmosphäre - Quelle: www.weltderphysik.de

In dieser Zone ist ein Planet weit genug von seinem Zentralgestirn entfernt, damit die Oberfläche sich nicht zu stark aufheizt, ist aber nicht zu weit entfernt damit die Temperaturen nicht zu tief fallen können. Auf der Erde existieren zwar Eis.-Sand Wüsten, diese entstanden aber durch den Neigungswinkel von 23,5° unseres Planeten, den einzelnen Klimazonen und den Luft.-Wasserströmungen.

Die Erdkruste

Als Erdkruste wird die Gesteinsschicht von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von 30 km (im Mittelwert) bezeichnet. Auf dieser doch sehr dünnen Schicht, findet das ges. bekannte Leben der Erde statt. Von der Entwicklung einzelner Bakterien über die Lebewesen in unseren Weltmeeren und der Tiefsee oder uns dem Homo Sapien (der heutige Mensch). Die Menschheit ist bisher noch nie tiefer als bis zum Grund des "St. Marianengraben" vorgestoßen. Dieser Ort ist für uns Menschen so unwirklich und Lebensfeindlich, dass der Grund nur mit technischen Geräten für eine begrenzte Zeit erreichbar ist.

Die tiefste (nicht längste) Erdbohrung war die 1989 gebohrte "Kola-Bohrung" auf der russischen Halbinsel "Kola". Sie erreichte eine Tiefe von unglaublichen 12.262 Meter. Dies ist tiefer als der zuvor erwähnte St. Marianengraben. Die Arbeiten am Bohrloch mussten auf Grund der hohen Hitze von 180 °C die durch Magma unterhalb der Erdkruste seinen Ursprung hat abgebrochen werden.

Die tiefste Bergbaumine befindet sich in Südafrika und besitzt eine Tiefe von fast 4.000 Meter. Auf Grund der steigenden Temperaturen je tiefer man sich begibt, ist bei ~4.000 Meter für den Menschen das Maximum erreicht. In tiefere Regionen können nur noch Maschinen vordringen. Merke: Als Faustformel kann man sagen: der Temperaturanstieg für Bohrungen
beträgt +3°C alle 100 Meter!

Der Erdmantel

Der Erdmantel befindet sich zwischen der Erdkruste und dem Erdkern. Dieser ist im Durchschnitt 2580 Km dick und ist aufgeteilt in den oberer Mantel und den unteren Mantel. Der Erdmantel besitzt mit einem Volumenanteil von 68% das größte Volumen des Erdinneren. Hier herrschen Temperaturen von mehreren 100°C bis über 3.500°C an der Mantelkern-Grenze. Auf Grund der extremen Temperaturen, der großen Tiefe und dem damit verbundenen Druck, ist es der Menschheit noch nicht gelungen in den Erdmantel vorzustoßen.

Die Mantelkonvektion ist auch der Ursprung der Plattentektonik. Die sehr heißen Gesteinsmassen an der Mantelkern-Grenze steigen langsam auf und kühlen sich dabei wieder etwas ab. Die kälteren Massen sinken wieder in Richtung Erdkern und erwärmen sich dabei wieder. Diese Bewegung erzeugt seit Jahrmillionen eine kontinuierliche Zirkulation der Magmamassen. Damit Ihr Euch dies etwas besser vorstellen könnt, wäre an dieser Stelle eine Lavalampe das beste Beispiel. Das Prinzip ist hier genau das gleiche.

Veranschaulichung der Mantelkonvektion mit einer Lavalampe

Der Erdkern

Der Erdkern bildet das Zentrum des Planeten. Dieser ist aufgeteilt in den äußeren Erdkern und dem inneren Erdkern. Der äußere Erdkern beginnt bei einer Tiefe von ca. 2900 km und erstreckt sich bis in eine Tiefe von 5150 Km. Im Gegensatz zum inneren Kern, ist der äußere Kern flüssig.
Der innere Kern reicht von einer Tiefe von 5150 Km bis zum Zentrum unseres Planeten in einer Tiefe von 6371 Km und besteht zum größten Teil aus Eisen. Wie ist es nun möglich, dass der innere Kern fest ist, aber der äußere Kern flüssig?

Hierbei treffen mehrere chemische und physikalische Eigenschaften aufeinander. Zum einen bestimmt der Druck, wann ein Stoff flüssig, fest oder gasförmig wird. Auch die Temperatur und die chemische Zusammensetzung spielen hierbei eine Rolle. Als vergleich, können wir einmal die chemischen Eigenschafften von Wasser mit Eisen vergleichen. Wasser schmilzt bei 0°C, Eisen allerdings erst bei 1538°C.

Ihr müsst euch das folgendermaßen vorstellen. Je tiefer eine Erdschicht liegt, umso mehr Gewicht lasten auf dieser. In einer Tiefe von mehr als 5150 Km lasten also 5.150.000 (5,1 Millionen) Meter Gestein, Magma, Wasser und Bodenschätze auf einen Punkt. Dieser Druck beeinflusst die Temperatur, bei der ein Stoff schmilzt. Merke: Je höher der Druck ist der auf einen Stoff ausgeübt wird, desto höher wird sein Schmelzpunkt.

Die hohe Temperatur im inneren Erdkern von 5500°C entsteht durch den Zerfall von Radioaktiven Stoffen in andere Elemente. Dabei entsteht Energie in Form von Wärme. Der äußere Kern, ist wie bereits erwähnt flüssig und mit 4000°C knapp 1500°C kälter als der innere Kern. Auf Grund seiner Zusammensetzung von Eisen, Schwefel, Sauerstoff und Wasserstoff, in Verbindung mit einer kühleren Temperatur und einen geringeren Druck ist dieser flüssig.

Aufbau der Erde (alle Schichten)
Quelle: www.seismo.ethz.ch

Was wäre wenn

Nach dem wir uns den Aufbau der Erde angeschaut haben, stellen wir uns nun einige Szenarien vor, bei dem die Erde hohl ist. Fangen wir doch mit einem Vulkanausbruch an. Das Magma, die bei einem Vulkanausbruch an die Oberfläche befördert wird, sammelt sich zuvor in einer Magmakammer unterhalb der Oberfläche an. Durch ausgasen der flüssigen Gesteinsmassen steigt der Druck im inneren so weit an, dass Magma und die vorhandenen Gase den Weg des geringsten Wiederstandes suchen. Abhängig des tektonischen Untergrundes und der Aktivität des vulkanischen Gebietes, werden Millionen Kubikmeter geschmolzenen Gesteins an die Oberfläche transportiert.
Stellt man sich nun die Anzahl aller 1.500 aktiven Vulkane und deren Ausstoß einmal vor, müsste nach der "Hohlen Erde Theorie" diese bald leerer sein. Tatsächlich sind es die absteigenden tektonischen Platten, die wieder eingeschmolzen werden. Bezogen auf das gesamte Volumen des Erdmantels, ist die ausgestoßene Menge eines Vulkans verschwinden gering.

Aufbau von einem Vulkan - Quelle: wikipedia
Druck & Temperatur

Ein weiteres Beispiel wären die Erdölbohrungen in großen Tiefen. Wenn die Erde hohl wäre, müsste die Menschheit bei Bohren nach Öl oder Erdgas aufpassen, nicht ausversehen zu tief zu Bohren. Nach einigen Ansichten der hohlen Erde Theorie Anhänger, könnten die Weltmeere in so eine Bohrung abfließen.

Wie wir beim Thema Aufbau der Erde gelernt haben, steigt der Umgebungsdruck mit jedem Tiefenmeter weiter an. Wenn eine weitere Zivilisation im inneren der Erde existieren soll, wäre dies nur knapp unterhalb der Erdoberfläche möglich. Denn mit steigender Tiefe erhöht sich nicht nur der Druck, sondern auch die Temperatur um +3°C alle 100 Meter.

Höhlensystem einer unterirdischen Zivilisation - Quelle: www.pravda-tv.com

Höhlen

Auch heute noch existieren Höhlensysteme, die völlig unerforscht sind. In den unzähligen erforschten Höhlen hat man aber weder menschliche Knochen, Werkzeuge oder Technologien gefunden, die auf eine weitere Zivilisation hindeuten könnte. Des Weiteren kann in diesen Höhlen kein Tageslicht vordringen. Daher müssen bei Erkundigungen immer künstliche Lichtquellen benutzt werden. Natürlich könnte man jetzt an dieser Stelle auch gegen argumentieren, dass eine Zivilisation, die sich untertage entwickelt hat, mit Fackeln die Gänge ausleuchten könnten. Oder auf Grund der ewigen Dunkelheit, die Augen bzw. die Wahrnehmung keine Lichtquellen mehr benötigen. Ein weiteres Problem wie es beim Bergbau (untertage) besteht, sind die riesigen Wassermengen, die sich durch winzige Risse und Spalten einen Weg durch das Gestein bahnen. Diese Wassermengen würden in kürzester Zeit Gänge und Höhlen fluten, wenn diese nicht ablaufen könnten oder mit technischen Hilfsmitteln (Pumpen) an die Oberfläche transportiert werden würden. Aber wie bereits schon erwähnt, wurden nie Anzeichen für intelligentes Leben unterhalb der Erdoberfläche gefunden. Dies gilt für im Gebirge tiefer liegende Höhlen, Gänge und Systeme.

Meteoriteneinschlag

Tag täglich wird unserer Planet von einer Vielzahl von Meteoriten getroffen. Die meißten dieser Geschosse sind kleiner als ein Koffer und verglühen auf Grund der Reibungshitze in der oberen Atmosphäre. Von den wenigen Fragmenten die nicht beim Wiedereintritt verglüht konnten, richten diese keinen Schaden an, wenn sie auf der Erdoberfläche aufschlagen.

Stellen wir uns doch mal vor, ein Asteroid mit einer größe von 1.000 Meter Länge & Breite vor, der sich auf einen Kollisionskurs mit der Erde befindet. Dieser kann auf Grund seiner Größe, Masse und Dichte nicht vollständig verglühen. Wenn dieser dann die Erdoberfläche trifft, setzt die Kollision riesige Mengen an Energie frei. Auf Grund der übrigen Masse und der Aufschlagsgeschwindigkeit, werden Millionen Tonnen Gestein und Erdmassen aus dem Boden gerissen und nach oben geschleudert. Die dabei entstandene Schockwelle, löst lokal ein Erdbeben aus, das sich kreisförmig vom Zentrum ausbreitet. Die freiwerdende Energie wird in Kilotonnen (kT) angegeben. Dies beschreibt das Äquivalent von TNT das benötigt wird, um die gleiche Energie frei setzen zu können.

Wenn die Erde hohl wäre oder der Untergrund durchzogen wäre mit Göngen und Höhlen, würde ein solcher Einschlag die Strukturen in der Umgebung zum einstürzen bringen. Wenn die Erde vollständig hohl wäre, würde sogar die Erdkruste aufbrechen bzw. einstürzen und somit ins innere fallen. Meteroiteneinschläge in der Vergangenheit haben solche Szenarien aber nicht nicht ausgelöst.

Fazit

Wie Ihr sehen könnt, ist das in den Schulen vermittelt Wissen nicht falsch. Die Erde kann aus den unterschiedlichsten Gründen nicht hohl sein. Fassen wir noch einmal schnell zusammen. Der steigende Druck und die steigenden Temperaturen mit zunehmender Tiefe, ist ein Indiz dafür, dass die Erde mit etwas gefüllt sein muss. Auch die Erdmagnetfelder, die im inneren der Erde erzeugt werden, lässt auf einen festen Kern schließen, der von einer Flüssigkeit umgeben sein muss.
Es wurden in Höhlen oder Gängen die tiefer liegen, keine Anzeichen für intelligentes Leben gefunden. Auf Grund der Hitze und dem Druck, ist bei >3.300 Meter bei einer Umgebungstemperatur von >100°C kein intelligentes Leben mehr möglich.

Ich hoffe, Euch hat dieser Beitrag gefallen und auch weiter geholfen. Ich würde mich über eine Bewertung sehr freuen. Danke für die Aufmerksamkeit.

Stand des Artikels: 14.07.2019 Seitenaufrufe: 417

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